Strom ist nicht gleich Strom – kennen Sie den günstigsten Moment?
Liebe Leserinnen und Leser,
stellen Sie sich vor, Sie planen Ihr Produktionsbudget für das kommende Quartal – und der Strompreis verdreifacht sich innerhalb weniger Stunden. Das ist keine theoretische Überlegung, sondern ein reales Muster an der europäischen Strombörse: Dynamische Strompreise, die morgens bei zwei Cent pro Kilowattstunde liegen und abends auf über 30 Cent steigen, sind keine Ausnahme mehr. Für Unternehmen mit nennenswertem Strombedarf ist das zu einer der zentralen Kalkulationsfragen geworden, die Energie- und Finanzverantwortliche heute beschäftigt.
Börse, Preis, Volatilität – was dahintersteckt
In Europa handeln Erzeuger und Verbraucher Strom an der EEX in Leipzig oder an der EPEX SPOT in Paris. Jeden Mittag legt der Day-Ahead-Markt die Preise für jede Stunde des Folgetages fest – seit Oktober 2025 sogar in 15-Minuten-Werten (Quelle: EPEX SPOT). Der entstehende Börsenstrompreis bildet die Grundlage für dynamische Strompreise und immer mehr für die langfristige Energiebeschaffung.
Drei Faktoren treiben die Schwankungen der dynamischen Strompreise maßgeblich: Erneuerbare Energien drücken den Preis – bei viel Wind und Sonne sowie geringer Abnahme manchmal bis ins Negative. In Deutschland waren das 2025 rund 573 Stunden mit negativen Börsenstrompreisen – ein neuer Rekordwert (Quelle: FfE / EPEX SPOT).
Andererseits gibt es Dunkelflauten im Winter, die teure Gaskraftwerke einspringen lassen und den Preis hochtreiben. Und typische Lastmuster im Tagesverlauf – Morgen- und Abendspitzen wochentags, ruhige Nachtstunden und Wochenenden sowie Feiertage – erzeugen vorhersehbare Fenster, die sich nutzen lassen.
Das zentrale Problem dabei: Wer nicht weiß, wann er wie viel Strom verbraucht und wie flexibel seine Prozesse sind, kann weder Risiken steuern noch Einsparpotenziale beziffern oder nutzen. Ob Festpreis oder dynamischer Strompreis – ohne Datenbasis führt die Entscheidung ins Ungefähre. Ein Betrieb mit zwei Millionen Kilowattstunden Jahresverbrauch kann durch gezielte Lastverschiebung in Niedrigpreisfenster mehrere zehntausend Euro im Jahr einsparen – oder in teuren Hochpreisstunden ebenso viel zusätzlich ausgeben.
Ab 2029 verschärft sich die Lage: Das Projekt AgNES
Die dynamische Strompreise am Spotmarkt sind bereits eine strategische Herausforderung. Doch die Bundesnetzagentur bereitet mit dem Projekt AgNES („Allgemeinen Netzentgeltsystematik“) einen weiteren Systemwechsel vor, der die Komplexität ab 2029 spürbar erhöhen wird: Mit dem Auslaufen der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) Ende 2028 sollen auch die Netzentgelte – bislang ein weitgehend fester Kostenblock – dynamisiert werden. Netzentgelte sind die Gebühren für die Nutzung der physischen Strominfrastruktur; sie machen einen erheblichen Teil des Gesamtstrompreises aus (zwischen 20 und 27 Prozent).
Das geplante Modell belohnt Flexibilität auf zwei Ebenen: Wer in Schwachlastzeiten produziert, zahlt künftig sowohl einen günstigeren Börsenstrompreis als auch niedrigere Netzentgelte. Wer starr in Spitzenlastzeiten verbraucht, zahlt beides erhöht. Verbände wie BDI, BDEW und BEE haben im ersten Quartal 2026 ihre Stellungnahmen eingereicht; nach aktuellem Verfahrensstand rechnet die Branche mit einer endgültigen Festlegung für 2027/2028.
Wer jetzt beginnt, seine Laststruktur zu verstehen und zu dokumentieren, schafft die Grundlage für informierte Entscheidungen – lange bevor neue Regeln greifen.
Fazit: Strombörsenpreise werden zunehmend geschäftsrelevant
Exklusive Vorab-Info: Börsenstrompreise direkt im Griff
Die Zeiten, in denen Strom als verlässliche Fixkostengröße im Budget stand, sind vorbei. Dynamische Strompreise wirken sich immer direkter auf die Betriebskosten aus – und ab 2029 kommt mit AgNes eine weitere Dynamik hinzu. Wer Lastgang und Marktpreis kennt und versteht, trifft bessere Beschaffungsentscheidungen und ist regulatorischen Veränderungen gegenüber handlungsfähiger. Ein Energiedatenmanagementsystem wie visual energy 5.2 liefert dafür die nötige Datenbasis.
Genau an dieser Stelle setzt die neue Version – die demnächst schrittweise ausgerollt wird – der Energiedatenmanagementsoftware visual energy 5.2 an. Das Update ermöglicht den automatischen Import tagesaktueller dynamischer Strompreise direkt in das eigene Energiemanagementsystem, ohne externe Tools, ohne manuelle Tabellenarbeit.
Die Einrichtung ist dabei ein Kinderspiel: Einfach und schnell registrieren, Zugangscode erhalten und schon können Sie den Workflow in visual energy starten.
visual energy 5.2 stellt den eigenen Lastgang und den aktuellen Börsenstrompreis viertelstündlich nebeneinander und berechnet automatisch, wie teuer der Verbrauch zu welchem Zeitpunkt war, egal ob beispielsweise pro Stunde oder pro Monat. Und das für den variablen Börsenstrompreis, sowie für den statischen Strompreis. Der Vergleich erfolgt damit anhand Ihrer Daten. Sie sehen auf einen Blick: Rentiert sich ein variables Strompreismodell heute schon – oder nicht. So lassen sich kostspielige Betriebsstunden identifizieren, Lastverschiebungen simulieren und Festpreisszenarien mit dem realen Marktgeschehen vergleichen.
Daneben überzeugt die Version 5.2 auch mit zahlreichen weiteren, intelligenten Features: eine P/Q-Punktewolke zur Blindleistungsüberwachung, der ausgebaute SEU-Bereich für ISO-50001-konforme Audits sowie eine erweiterte Maßnahmenplanung mit Laufzeit- oder Kapitalwert-Priorisierung – alles auf einer grundlegend modernisierten, spürbar schnelleren Systemarchitektur.
Weitere Informationen zum Rollout und zur neuen Version folgen in Kürze.
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Ihr Jonas Klaus
Technischer Redakteur
KBR GmbH